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Festung Grimsel – Ein Werk der Gotthardverteidigung

Rückblick auf den Vortrag vom 20 Mai 2026

Die grosse Festung im harten Grimselfels

Eigenartige Löcher in einer Felswand, eine Standseilbahn, die scheinbar ins Nichts führt: Der Vortrag von Hans Rudolf Schneider, Journalist, Buchautor und Verleger, brachte Licht ins Dunkel. Der Anlass beim Verein Schweizer Armeemuseum (VSAM) drehte sich um das Artilleriewerk auf der Grimsel.

Der Grimselpass war seit jeher eine wichtige Alpenquerung. Kein Wunder also, dass die Armee den Durchgang kontrollieren und im Ernstfall sperren wollte. Die Ausführungen, wie sich die Schweizer Armee auf den Ernstfall vorbereitete, stiessen auf beachtliches Interesse in Thun.

Offizieller Baustart für das Artilleriewerk Grimsel war am Nationalfeiertag 1941. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren die sechs 15 cm-Geschütze einsatzfähig, konnten bis nach Italien und in den Raum Andermatt wirken. In der ganzen Zeit bis zur Ausmusterung 1998 wurden immerhin über 6000 Granaten verschossen – zum Glück nur übungshalber.

Der Referent Hans Rudolf Schneider ging auf spezielle Aspekte der grossen Festung ein: die Wetterverhältnisse im Hochgebirge, die Baulogistik, die Ver- und Entsorgung während der ganzen Einsatzzeit und er erwähnte auch die Pläne, eine moderne Batterie von Bison-Geschützen als Ersatz für das stillgelegte Werk zu bauen. Daraus wurde jedoch nichts – die Festung ist komplett ausgeräumt, die Kanonen verschrottet und die Anlage kann heute nicht mehr besucht werden.

Geblieben sind die Erinnerungen – am Vortragsabend in Thun waren einige ehemalige «Grimsel»-Soldaten anwesend –  und ein Buch des Referenten, in dem die Geschichte der Grimselfestung für die Nachwelt erhalten bleiben wird.

Link zum Video des Vortrages

Fotos: Thomas Wermelinger