Der Waffenplatz Thun – Geschichte und Geschichten
Vorschau auf den Vortrag vom 18. November 2026
Wie Thun zum bedeutenden Militärstandort wurde
In Thun liegt der älteste und flächenmässig grösste Waffenplatz der Schweiz. Doch wie entwickelte sich die Thuner Allmend zu einem der wichtigsten Standorte der Schweizer Armee? Divisionär a. D. Fred Heer zeichnet am Mittwoch, 18. November, in einem Vortrag beim Verein Schweizer Armeemuseum die über 200-jährige Geschichte des Waffenplatzes nach.
Während Fred Heer in seinem früheren Vortrag «Thun und die Geschichte seiner Kasernen» die Kasernenbauten beleuchtete, widmet er sich nun der Entwicklung der Thuner Allmend und ihrer Bedeutung für die Schweizer Armee. Er zeigt, wie die Zentralisierung des Militärwesens ab 1818 umfangreiche Bauprojekte auslöste und wie staatliche Rüstungsbetriebe und militärische Einrichtungen den Standort über Jahrzehnte vergrösserten und prägten. Dazu gehörten die Eidgenössische Konstruktionswerkstätte, die Munitionsfabrik, das Zeughaus, die Pferderegieanstalt und der Motorfahrzeugpark.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Wandel der Waffensysteme und ihrer Anforderungen an den Waffenplatz. So mussten die Artillerie wegen der zunehmenden Reichweite ihrer Geschütze und die Luftwaffe wegen des Bedarfs an längeren Pisten sowie des befürchteten Fluglärms den Standort schliesslich verlassen. Ab den 1950er-Jahren entwickelte sich Thun zum Zentrum der Schweizer Panzertruppe – vom Panzerwagen 39 bis zum Panzer 87 Leopard.
Inzwischen hat sich der Waffenplatz zu einem vielseitigen Militär- und Technologiestandort der Schweizer Armee gewandelt. Fred Heer beleuchtet in seinem Vortrag die Zusammenhänge zwischen Militärgeschichte, technischer Entwicklung und Politik. Das Referat richtet sich auch an Interessierte ohne militärische Vorkenntnisse.
Treffpunkt: Mittwoch, 18. November 2026, 18.45 Uhr, auf dem Parkplatz der ehemaligen Soldatenstube 3 Tannen an der Allmendstrasse in Thun (Einweisung, Plan unter https://armeemuseum.ch/referate/). Anreise mit dem öffentlichen Verkehr ab Bahnhof Thun mit Buslinie 4 bis Haltestelle Kleine Allmend. Beginn 19 Uhr.
Thun als erster Waffenplatz und der Blick auf das Waffemplatzgelände heute. Bilder: zvg