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Der passive oder blaue Luftschutz der Schweiz

Vorschau auf den Vortrag vom  19. März 2025

Der Passive oder Blaue Luftschutz – was war das?

Neue Waffen im Ersten Weltkrieg erforderten in der Schweiz neue Abwehr- und Schutzmassnahmen. Plötzlich war auch die Zivilbevölkerung weit hinter der Front in Gefahr. Entstanden ist der Passive oder Blaue Luftschutz, wie Jürg Burlet am 19. März 2025 beim Verein Schweizer Armeemuseum (VSAM) in Thun aufzeigen wird.

Bombenangriffe aus der Luft im Ersten Weltkrieg, aus Flugzeugen und Luftschiffen, und der Einsatz von Kampfgiften führten dazu, dass man sich nach dem Weltkrieg Gedanken über den Schutz der Zivilbevölkerung machte, vor allem in den dicht besiedelten Städten.

 Nebst der Abwehr feindlicher Luftfahrzeuge mittels Fliegerabwehrgeschützen – dem aktiven, militärischen Luftschutz – galt die Aufmerksamkeit der Errichtung einer Organisation zum präventiven Schutz der Zivilbevölkerung – dem Passiven Luftschutz. Dieser wurde 1934 ins Leben gerufen und 1936 als eigene Abteilung im damaligen Eidgenössischen Militärdepartement (EMD) aufgebaut. Mit dem Bundesratsbeschluss vom 29. September 1934 wurden alle grösseren Gemeinden zur Aufstellung einer Luftschutzorganisation verpflichtet.

Drei Jahre später, bei Kriegsausbruch 1939, war der zivile, unbewaffnete und örtlich organisierte Passive Luftschutz einsatzbereit. Man sprach auch vom Blauen Luftschutz, weil seine Angehörigen in blauen Überkleidern und Uniformen Dienst taten.

Die vielfältigen Aufgaben, die verschiedenen Dienstzweige, die Ausbildung und die Ausrüstung des Luftschutzpersonals, die Verdunkelung von Gebäuden sowie die Unterstützung ziviler Behörden wie Polizei, Feuerwehr und Sanität finden in den Ausführungen von Jürg Burlet (pensionierter Kurator Nationalmuseum und VSAM-Vorstandsmitglied) Erwähnung. Aber auch der aktive Einsatz bei den Bombardierungen von Schaffhausen, Stein am Rhein, Zürich, Basel und anderen Ortschaften sind Thema dieses Vortrags.

 Treffpunkt: Mittwoch, 19. März 2025, 18.45 Uhr, auf dem Parkplatz der ehemaligen Soldatenstube 3 Tannen an der Allmendstrasse in Thun (Einweisung). Anreise mit dem öffentlichen Verkehr ab Bahnhof Thun mit Buslinie 4 bis Haltestelle Kleine Allmend. Beginn 19 Uhr.

Plakat aus den Anfangszeiten des Passiven Luftschutzes (1936). © zvg

 

Der Blaue Luftschutz 1940 – jede grössere Gemeinde musste eine Luftschutzorganisation aufstellen. © zvg